BGH-Urteil zur Zuordnung von Arzthonoraren

Bei der Zuordnung zwischen insolvenzbefangenen Kassenzahlungen und insolvenzfreiem Neuerwerb ist zwischen gesetzlich und privat Versicherten zu unterscheiden.

Mit Urteil vom 21. Februar 2019 hat der Bundesgerichtshof zur Kärung der Zuordnung von Arzthonoraren zur Insolvenzmasse oder zu einem (aus der Insolvenzmasse freigegebenen) Neuerwerb entschieden:

  1. Die Freigabe von Vermögen aus der selbständigen Tätigkeit erfasst Forderungen, die vor Wirksamkeit der Freigabeerklärung entstanden sind, auch dann nicht, wenn sie auf die bisherige selbständige Tätigkeit des Schuldners zurückgehen.
  2. Eine Honorarforderung eines Zahnarztes gegen einen Privatpatienten gehört zum Vermögen des Schuldners, sobald die Leistung erbracht ist und ein Gebührentatbestand erfüllt ist.
  3. Eine Honorarforderung eines Vertragszahnarztes gegen die Kassenzahnärztliche Vereinigung gehört mit Abschluss des Quartals, in dem der Vertragszahnarzt vertragszahnärztliche Leistungen erbracht hat, und der Vorlage der entsprechenden Abrechnung bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung zum Vermögen des Schuldners. Für die Zuordnung von Abschlagszahlungen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung kommt es auf den Zeitpunkt ihrer Zahlung an (Anschluss an BSGE 118, 30, Rn. 34; teilweise Aufgabe von BGHZ 167, 363 Nr. 7).

BGH, Urteil vom 21.02.2019 – IX ZR 246/17